Das fünfte open mic (Januar 2009):
Michel Chevalier, Rahel Puffert und Tobias Still luden ein
gesammelte Fragen:
"Wer ist das Publikum
für Kunst? Wer sollte das Publikum für Kunst sein?"
"Wo ist Kunst
zu finden? Wo sollte Kunst zu finden sein?"
"Glauben wir heute noch
an eine Autorität, die es ermöglicht, die Äußerung, etwas sei „Kunst“ als
aussagekräftiges Werturteil zu verstehen? Und wenn nein: Welche Kriterien
setzten wir dennoch ein, um dem Ausdruck zu verleihen, was wir von Kunst
fordern?"
"Ist Ambivalenz eine Qualität, wenn mann Kunst
rezipiert?"
"Gehört der ausgewählte Vertriebsweg (Künstlerhaus,
bezahlbare Multiples, Internet, kommerzielle Galerie) zum Inhalt des
jeweiligen Werks?"
"Wie wäre es, wenn KünstlerInnen vom Verkauf
ihrer "Werke" wirtschaftlich nicht abhängig wären, sondern durch
Interventions- /Austellungshonorare entlohnt würden?"
"Was/Wer
setzt sich bei der jetzigen Kunstmarkt-Institution-Synergie
durch?"
"Was würde mit der Kunst passieren, wenn es keine
Klassenherrschaft geben würde?"
"Richtig, falsch oder offen für die
Debatte: »projekte wie „wir nennen es hamburg“ und „subvision“ leisten
ihren beitrag zur spektakularisierung und entpolitisierung engagierter
lokaler arbeit im kunstfeld und helfen mit bei der unterwanderung
nachhaltigem kritischen engagements.« (Cornelia Sollfrank,
1.09)"
"Kulturpolitik = Kulturwirtschaft?"
"Was ist ein
Lokalkünstler?"
"Gibt es
eine Hierarchie der Widersprüche?"
Michel Chevalier, Rahel Puffert und Tobias Still luden ein,
am 14.1.2005 und am 6.1.2006 zu Themen wie:
"Alternativen zu Networking/Netzwerk-Logik"
"Vereinnahmung"
"Identity Politics und bürgerliche Gesellschaft"
"Pop Theorie/Politik in Musik, Kunst, Journalismus"
"Freier Wille"
"Mäzene"
"Ästheticio-Libertarianismus und Rechts"
"Gibt es eine Existenz außerhalb des Sichtbaren?"
"Community gegen laissez-faire"
"Eklektische Konsens-Kultur"
"Wer die Stellen kriegt"
"Was X sagt und was X tut"
"Overview of recent mobilizations"
"Texte zu Grunde"
"Underground 2005"
"Agents-provocateur und Überwachung"
"Metatheoretiker und ihre Urlaubsziele"
"Keiner ist ein Experte"
"Auf die eigene Schulter klopfen: kulturelle Produktion/Konsum/Unterricht/Verwaltung"
"Danke, immaterielle Arbeit!-- das Ende von Parasitismus"
"Hamburg´s business hall of shame"
"Jedem das seine, aber bitte alleine"
"Information (-paradigmen) und Desorientierung"
"Fragmentierung und Zusammenschließung"
"was heisst Ressentiment?"
"Folklore"
"sollte die Kuntwelt endlich demokratisiert werden?"
"Gentrifizierung und Coolness"
"`mutige´ Kritik am Populismus"
link und Mitschnitte der Diskussionen: www.targetautonopop.org
Zum Projekt target: autonopop
Hat sich in den letzten Jahren im Kunstbetrieb etwas fundamental verändert? Oder, sagen wir: seit den 70er Jahren, seit dem Beginn der nun dreissig-Jahre-alten Krise des westlichen Kapitalismus? Haben sich Mechanismen eingestellt, die den Möglichkeitsbereich für KünstlerInnen/KritikerInnen/KuratorInnen einengen?
target: autonopop beantwortet all diese Fragen mit ja und zielt auf den kommerziellen Kunstbetrieb, seine Produkte und den vermeintlich weniger marktorientierten kunstinstitutionellen Kontext.
target: autonopop untersucht die Verzahnung von Galerie und Institution, ihre vereinnahmenden und repressiven Einsätze, ihre Resistenz gegenüber jedweder Kritik mit realen Konsequenzen.
Visuelle, soziale und historische Forschungen ergänzen ein nicht nur theoretisches Projekt: das dem Kunstbetrieb implizite Dogma von Anti-Oppositionalität und Ambivalenz nachzuzeichnen und zu kritisieren.
target: autonopop hat seit 2004 interveniert/ausgestellt in Frankfurt, Berlin, Paris, Montréal, Marseille, Stuttgart, und Hamburg.
link: www.targetautonopop.org
C. BIOGRAFIEN
Michel Chevalier
zahlreiche Ausstellungen auf Festivals, alternativen und nicht-kommerziellen Kunsträumen (Rotterdam Film Festival, Monitoring/Kassel, espace d´art forde/Genf, atelierfrankfurt, Biennale de Paris). Seit Mitte der 80er Jahre aktiv in der Musikszene: DJ bei der Sender WNUR in Chicago, verschiedene Musikcombos (Klarinette, Stimme), derzeit in uri geller (www.knistern.net), Mitglied des Archiv Kultur & Soziale Bewegung (archiv.glizz.net).
Tobias Still:
Nach katastrophaler Schulkarriere Kunststudium in Hamburg von 1994-2000, Diplom bei Michael Lingner (und Erwerb der allgemeinen Hochschulzugangsberechtigung). Seit 2002 Studium Philosophie und Politische Wissenschaften in Frankfurt.
Interesse an spinozistischer Erkenntnistheorie, Ökonomie und Kritik ökonomischer Theorie
Rahel Puffert:
studierte Kultur- und Kunstwissenschaften in Lüneburg, Wien und Hamburg, Mitarbeiterin an der Städtischen Galerie Nordhorn, freie Autorin (Kulturrisse, Afterimage), eigenen Projekte, Interventionen im Ausstellungszusammenhang, Vorträge u. Lehraufträge an der Universität Lüneburg und Universität für Angewandte Kunst Wien, Interesse an "Vermittlungswegen im Kontext Kunst", Mitglied des Archiv Kultur & Soziale Bewegung (archiv.glizz.net), Mibegründerin von The Thing Hamburg (thing-hamburg.de).
link: www.targetautonopop.org