Markus Lohmann, Drei Fenster

Halb Raum, halb Schaufenster. Für einen begehbaren Raum eigentlich zu klein- für ein Schaufenster auf merkwürdige Weise zu tief. Das Trottoir in der Ditmar–Koel-Straße stellt eine Art Zwischending dar.

 

Die Tryptichonartige Dreiteilung der Fenster erinnert eher an eine Vervielfältigung eines privaten Wohnungsfensters, nicht an ein kommerziell genutztes Schaufenster.

 

Darüber hinaus wird der Zuschauer genötigt, sich während der Ausstellung außerhalb des Raumes aufzuhalten, so dass der Galerieraum sich auf den Gehweg erweitert hat und die Grenze zwischen außen und innen verwischt.

 

Meine Arbeit "Drei Fenster" bezog sich auf die vielgestaltige Identität der Fenstersituation, in dem sie den Übergang zwischen privatem und öffentlichem Raum durch die Vorhänge markiert hat. Das Bildmotiv, die zugemauerten Fenster, stammt aus der Beobachtung von Wohnhäusern, die in der Umgebung von Hamburg an lauten Bundesstraßen stehen. Dort ist es oft so, dass Bewohner alle Fenster, die zur Straße liegen, zugemauert haben, um sich ins still Private zurückzuziehen, vom Lärm der Straße geschützt.

 

Handwerklich hatte ich versucht, bei der Herstellung der Gardinen die Steine der Aussenfassade des Hauses zu imitieren, so dass beim vorbeifahren der Raum tatsächlich zugemauert zu sein schien, erst bei näherem Hinsehen wurde klar dass es sich um Gardinen handelt.

 

Die Transformation von Privatraum-Bildmotiven in den öffentlichen Raum - und umgekehrt, ist ein Thema, das mich in meiner Arbeit generell sehr Interessiert. So ist ungefähr ein Jahr nach der Gardinenarbeit „Drei Fenster“, im Hinterconti eine Schwesterarbeit "Out In The Green" entstanden, bei der ich den Ausstellungsraum mit dem Nachbau einer Innenraumwand mit Tapete, Holzvertäfelung und Kamin verschlossen habe.

(Markus Lohmann)

 

www.markus-lohmann.de

 

Markus Lohmann, * 1970 Münster/Westf.