Die Stadt, diese menschgewordene Welt, die mir zu Hause ist und deren Mauern ich so selten verlasse, wenn dann eingekapselt in Metall um zwischen den verschiedenen Mauern hin und herzupendeln, über sie sollte ganz grundsätzlich gesprochen werden. Aber was bitte könnte da nicht schief gehen, bei einem so breit gefassten Begriff. Eine Stadt (von althochdt.: stat = Standort, Stelle; etymologisch eins mit Statt, Stätte;) ist eine größere, zentralisierte und abgegrenzte Siedlung mit einer eigenen Verwaltungs- und Versorgungsstruktur im Schnittpunkt größerer Verkehrswege.
Damit ist fast jede Stadt zugleich ein zentraler Ort. Ihre Einwohnerschaft kann ethnisch, sprachlich, sozial, kulturell, konfessionell etc. äußerst vielfältig sein. Dazu Felix Kubin: Sozialer Austausch findet trotz der beschleunigten Kommunikation, welche für ihn eigentlich zur Verstädterung der Welt beiträgt, in der Stadt statt, da in der Stadt Anne Vogelpohl: die Einheit der Vielfalt gegeben ist, die Differenzen sind innerhalb ihrer Mauern vereint. Aber was ist eine verstädterte Welt und wie kann heute dem Naturbegriff begegnet werden? Chup Friemert: Naturen (den Begriff wollte er im Plural eingeführt wissen), sind nicht machbar, sie machen sich. Und Julian Sippel: Natur, das nicht vom Mensch geordnete. Das intuitive Wissen trifft sich mit dem Internet: Natur (lat.: natura, von nasci „entstehen, geboren werden“) bezeichnet alles, was nicht vom Menschen geschaffen wurde. Der Begriff wird jedoch in verschiedenen Gesellschaften und oft auch innerhalb einer Gesellschaft unterschiedlich und teilweise widersprüchlich verwendet. Genau, und dann hilft das schon weiter: Das liegt in der Natur der Sache. Das ist halt so, man kann nichts anderes erwarten.
So wurde auch in unserer Runde kein neues Verständnis der Natur gefunden, das liegt in der Natur der Sache. Und überhaupt, Besucherin: Das Gemachte und Gestaltete ist ja schon seit Jahrhunderten gestaltet, das ist doch ein alter Hut.
Ein alter Hut auch die Stadtmauern, deren Verbindlichkeit aber, wie wir uns in Erinnerung rufen dürfen, Alexander Rischer: erst seit etwa 200 jahren obsolet geworden ist. Und doch ist die Stadtmauer vielerorts immer ein Thema geblieben, ist sie doch das treffendste Bild für die Stadt als Gesamtgestalt. Und war sie mal ursprünglich, war ihr Bau über damalige Notwendigkeiten begründet und ihre Erscheinung also sozusagen natürlich, schafft der heutige Versuch das gewachsene Organ wiederherzustellen, Künstlichkeit.