Der Projektraum The HEX aus London.
Ausstellung vom 26. August bis zum 6. September 2009 im Trottoir.
AUTONOMY TOGETHER
Astrid Noack, Eddie Peake, Maria Zahle
(die englische Version des Textes entspricht nicht der deutschen Version )
Wie ist eine Identifikation denkbar, mit dem Abbild des eigenen Vaters den man nie so sah – mit dem Kopf eines Kleinkindes. Mit der Büste des Vaters im Alter von etwa einem Jahr?
Was ist andererseits zu erkennen und zu Identifizieren, in dem minimalistischen Objekt aus Plexiglas und Klebeband, das selbst nichts verrät von dem Umstand, die genauen Körpermaße der Künstlerin zu besitzen, nämlich den exakten Umfang und die Höhe.
Es ist eine Probe. Welcher Grad von Intimität ist denkbar und herstellbar mit zwei autonomen Objekten welche dem Augenschein nach zu urteilen nicht das preis geben, was man nur von ihnen weiß, weil es hier im Text steht: Der Kopf eines Kleinkinds als Vater, der Kubus als Körper der Künstlerin.
Mitten in diese heikle Gegenüberstellung ragt, all diese Fragen ignorierend eine Wand sie trennt die Kontrahenden ohne sich darum zu bekümmern. Die frei im Raum stehende Wand ist mit Sprühfarbe bemalt, es ist ein stark verzerrtes Motiv, welches sich als Stereotyp nur zu erkennen gibt, wenn man es in sehr spitzem Winkel zur Wand betrachtet. Das Motiv genauso wie die Wand selbst scheint den Ort an dem sie steht zu ignorieren, geht keine Verbindungen ein, Korrespondiert offenbar mit nichts und ruft keinerlei Assoziationen auf den Plan, die irgendetwas mit dem Terminus „site specific“ zu tun hätten, das ganze Gegenteil ist der Fall.
Zusammen rücken diese drei Skulpturen aber doch wieder in ein Bild. Trottoir ist ein vergleichsweise kleiner Raum, geschützt genug, um eine Probe auf Intimität zu machen. Harmonisch genug, um Widerspruch in Form einer alles ignorierenden Wand als bloße, ragende Struktur auf den Plan zu locken, welche außerdem die Antennen welche der Kopf und der Plexiglaskubus zueinander ausstrecken barsch abknickt, was die Korrespondenz zwischen den Beiden Objekten dies- und jenseits der Wand aber eben dringlicher macht. Denn sie sind hier zusammen ausgestellt, um Licht aufeinander zu werfen, was aber nicht klappen kann, da die Wand jeweils einen Schatten wirft.
Obiges beschreibt den ersten Teil der Ausstellung, welche Eddie Peake, Maria Zahle und Jason Dungan in einem Container auf dem Gelände des Festivals Subvision mit umgekehrten Vorzeichen fortsetzen. Auch dort wird man die Wand von Eddie Peake finden, Teile des Bücherregals aus dem Trottoir hat es dorthin verschlagen, Videos werden gezeigt. Denkt man sich den Ausstellungsraum in London, „The Hex“ dazu (den Maria Zahle und Jason Dungan betreiben und in dem Trottoir 2008 zu Gast war), ist hier auch eine grundsätzliche Reflexion zu Fragen der Intimität und Identifikation angepeilt. Man bekommt es dabei mit drei verschiedenen Raumkörpern zu tun. Eine Wohnung in London, ein Ausstellungsraum in Hamburg und ein Container, der keinen Ort hat, ein Unort ist.